"An die Gewehre!"

Fregatte NIEDERSACHSEN zwei Wochen im Fokus der Gefechtsausbildung

 

Ab Juli 2013 steht der Fregatte NIEDERSACHSEN ein ATALANTA-Einsatz bevor. Damit die Besatzung im kommenden Jahr gut vorbereitet ist, bedarf es einer vielfältigen Ausbildung. Bestimmte Abläufe und Verfahren an Bord müssen für den Ernstfall trainiert werden. Damit dies gewährleistet wird, nimmt unsere "Lady" samt Besatzung auf dem Weg der Einsatzausbildung die nächste Hürde mit der SAGA B. Doch was heißt das genau? während der SchadensAbwehrGefechtsdienst Ausbildung Basic befindet sich die Fregatte NIEDERSACHSEN zwei Wochen lang, vom 29.10. bis 08.11.2012, in einem fiktiven, jedoch realitäts- und einsatznahen Bedrohungsszenario. Fremde Schiffe und Luftfahrzeuge verfolgen keine guten Absichten und versuchen uns mit allen Mitteln das Patrouillieren in einem inszenierten Einsatzgebiet zu erschweren. Übung macht bekanntlich den Meister und somit hat die Besatzung bereits Mitte September in der Neustädter Bucht am gleichnamigen viertägigen Training teilgenommen.

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

Erstentdecker bekämpft das Feuer mit Sofortmaßnahmen


Die SAGA B gehört, neben dem im Januar 2013 vor England stattfindenden Abschlusstraining, mit zum letzten Teil der Einsatzvorausbildung.  Mehrere Prüfer des Einsatzausbildungszentrum Schiffsicherung in Neustadt/ Holstein kommen an Bord und spielen bewusst Fehler ein. Inhalte der Ausbildung sind dabei das Löschen von Bränden, das Abdichten von Wassereinbrüchen, Retten und Behandeln von Verletzten und das Beseitigen von technischen Störungen. Die Schauplätze sind hierbei die Brücke, die Operationszentrale, der Schiffstechnische Leitstand, die Weapon Section Base (die Instandsetzungszentrale der Waffen-, Kommunikations- und Radaranlagen)  aber auch die beiden Verbandsplätze. Darüber hinaus werden externe Bedrohungen mit Hilfe von Flugzeugen dargestellt.

"Die Spiele sind Eröffnet"
Jedes Besatzungsmitglied hat sich bereits mit Flammschutz und Gefechtshelm ausgerüstet, jeden Moment werden Treffer erwartet und sobald durch die Lautsprecher "Besatzung auf Gefechtsstation" ertönt, gilt es mit aller Kraft eingespielte Feuer und Lecks zu bekämpfen, ausgefallene Waffen-, Kommunikations- und Radaranlagen wieder instand zu setzen und Verletzte zu versorgen. 

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

Ein Verletzter im Betriebsraum

Im Gegensatz zum vorherigen Training wird die SAGA B einer Bewertung unterzogen. Jeder Dienstag und Donnerstag zeichnet sich als "Großkampftag" aus und wird insbesondere einer Inspektion unterzogen, wobei von Tag zu Tag die Anforderungen seitens des Prüfteams steigen. Die Prüfer stehen uns jedoch auch als Ausbilder zur Verfügung. Um den täglich wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, stehen mitunter an den anderen Tagen vielfältige Ausbildungsinhalte auf dem Tagesplan.

"Rise, Rise, Aufstehen!" heißt es jeden Morgen um 6 Uhr so schön, dennoch wusste jeder von uns, dass die kommenden zwei Wochen alles andere als alltäglich verlaufen. Zwei Wochen geprägt durch tägliches Gefecht. Die ersten beiden Tage stehen im Zeichen des "Herantastens". Neben einer Eingangsprüfung, ob sich das Schiff auch in einem "Gefechtsklarzustand" befindet, finden diverse Ausbildungen auf verschiedenen Stationen statt, wie zum Beispiel Sanitätsausbildung und erste Kleinbrände, um festzustellen wie fit die Besatzung bei der Ausübung der Erstmaßnahmen ist. Was heißt nun aber "gefechtsklar"? Um Unfälle zu vermeiden, müssen sämtliche Gegenstände an Bord so verstaut werden, dass diese sich weder horizontal, noch vertikal als Geschoss durch das Schiff bewegen können. Vor diesem Hintergrund gilt es jeden Tag aufs Neue die Kammern und Betriebsräume gefechtsklar zu halten, alles festzubinden und sicher zu verstauen.

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

Abbergen eines Verletzten

Jederzeit einsatzbereit
Aber auch täglich und nicht zu vergessen, befinden wir uns in einem Bedrohungsszenario. Da sich die Fregatte NIEDERSACHSEN ausschließlich in der Neustädter Bucht bewegt, findet jeden Morgen und jeden Nachmittag ein Bootstransfer statt, um die Ausbilder an und von Bord zu verbringen. Sobald diese an Bord sind, geht es auch schon los. Während man jeden Tag durch einen minengeräumten Kanal fährt, stehen bereits "feindliche" Speedboote und Propellerflugzeuge in den Startlöchern um uns zu bedrohen. Unser Ziel ist es, eine vorgegebene Route abzufahren, und uns von dieser auch unter vielfältigen Bedrohungen nicht abbringen zu lassen. Es gilt beständig den simulierten Angriffen Widerstand zu leisten, sodass täglich Flugabwehrübungen, Überwasserübungen oder auch Speedbootabwehr stattfinden. Und während man Tag für Tag Ausbildungen genießt und kleinere "Angriffe" abwehren muss, kommt an dem sogenannten "D-Days" alles zusammen. Die Brücke muss geräumt werden, der Schiffstechnische Leitstand hat mit Maschinenstörübungen zu kämpfen und die Operationszentrale wehrt Flieger ab. Doch dem noch nicht genug werden fiktiv Chemikalien aus einer Chemifabrik entwendet, so dass abzusehen ist, dass versucht wird uns mit chemischen Kampfstoffen per Propellerflugzeug zu schädigen. Daher steht der zweite Montag der SAGA B ganz im Lichte der ABC-Ausbildung. Je nach Bedrohungslage muss, in verschiedene Stufen eingeteilt, die Schutzausstattung angelegt werden. Die Körpertemperatur steigt in dem sogenannten "Overgarments" schnell an, aber auch das gehört zur Ausbildung.

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

ABC-Ausbildung - Overgarment komplett angezogen

Ohne Mampf kein Kampf
Ein Highlight eines jeden Donnerstags ist das "Action-Messing". Da an besagten "Großkampftagen" der Feind auf unsere Mittagspause keine Rücksicht nimmt, muss die Mittagsverpflegung so koordiniert werden, dass jedes Besatzungsmitglieg die Möglichkeit hat ihre Mahlzeit in 7 Minuten einzunehmen. Um so wenig Personal wie möglich von den einzelnen Stationen zu entbehren und die Abwehr aufrecht zu erhalten, wird die Besatzung in vier "Läufe" eingeteilt. Eine große Herausforderung für die Kombüse, denn diese wird gerade zum Action-Messing genauer unter die Lupe genommen.

Um der Besatzung etwas Erholung zu gönnen, läuft die Fregatte NIEDERSACHSEN jedes Wochenende im Marinestützpunkt Kiel ein. Darüber hinaus wird jeden Abend geankert um einerseits täglich das Ankern üben zu können und andererseits den Personalbedarf über Nacht ein wenig zu reduzieren. Denn bis es durch den Kommandanten wieder heißt "An die Gewehre!", darf es an Erholung nicht fehlen.

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

Ein Blick in die Weapon Section Base

Ende gut, alles gut
Zwei Wochen sind geprägt durch tägliches Gefecht. Es werden Feuer und Wassereinbrüche bekämpft, Flugzeuge und andere bedrohliche Fahrzeuge abgewehrt, Selbst- und Kameradenhilfe geleistet und alle technischen Mängel beseitigt. Unsere Besatzung zeichnet sich durch fortwährende Motivation, Kampfgeist und Teamwork aus, so dass auch am letzten großen Entscheidungstag die Hürde der SAGA B genommen wird und die Freagtte NIEDERSACHSEN sich an einem Erfolg erfreuen kann.

Zusätzlich trifft in der zweiten Woche der SAGA B eine Meldung über einen Seenotrettungsfall an Bord ein. Wie sich herausstellt, handelte es sich um eine kleine Segelyacht, deren Motor beschädigt ist. Auch hier kann die Besatzung durch Präsenz am Unglücksort und schnellem Handeln zeigen was sie kann.

Foto: OMt Manthey, FGS NIEDERSACHSEN

Jeder eintreffende Schaden wird mitgeplottet

Text: OLtzS Lydia Knaak
Bilder: OMt Julien Manthey

   
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