Der Suezkanal

Ein Highlight für Schiff und Besatzung

Ägypten/Suezkanal – Am späten Nachmittag des 12.08.2013 erreichte die NIEDERSACHSEN den Suezkanal. In Mitten von unzähligen zivilen Handelsschiffen sucht „unsere Lady“ vor dem Suezkanal ihren Ankerplatz, um die Passage durch den 162 Kilometer langen Kanal abzuwarten. Circa zehn Stunden Wartezeit lagen vor dem Schiff und seiner Besatzung, bevor es auf den zweiten Teil der Reise ins Einsatzgebiet ging. Zeit, welche die Besatzung nutzte, um letzte Vorbereitungen zu treffen, aber auch um noch mal Ruhe und Schlaf zu finden, denn auch in der Nacht muss die Besatzung hoch konzentriert sein, um sicher durch den Kanal manövrieren zu können. An seiner engsten Stelle misst der Kanal rund 150 Meter Fahrwasser. Eine Herausforderung für den Wachhabenden Brückenoffizier und der Navigation. Aber auch der Ausguck, die Soldaten in der Operationszentrale und dem schiffstechnischen Leitstand tragen ihren Beitrag dazu bei, den Kanal sicher zu passieren.

Kurz vor 02:00Uhr  war es dann endlich soweit: „Besatzung sich klarmachen zur sicheren Passage des Suezkanals“. Die wachhabenden Soldaten wussten, jetzt heißt es etwa 15 Stunden volle Konzentration. Nur wenig später bestieg der Lotse das Schiff. Die Fregatte lichtete Ihren Anker und schloss sich der schier endlosen Reihe von zivilen Handelsschiffen an, um in den Kanal, in Richtung Süden,  einzufahren. Der Großteil der Besatzung schlief um diese Zeit und fast unbemerkt setzte die Fregatte nun ihren Weg ins Einsatzgebiet fort. Erst am nächsten Morgen, als die Fregatte schon mehrere Stunden unterwegs durch den Kanal war und die ersten Sonnenstrahlen einfielen, war anstelle von sonst einer endlosen Weite von Wasser, nur noch eine endlose Weite von Wüste zu sehen. Ein ungewohnter Anblick, der für die Frauen und Männer der NIEDERSACHSEN ein ganz besonderes Highlight darstellte. Eine lange Fahrt durch „die Wüste“ lag nun vor uns.

Erst der „Bittersee“, der geographisch ungefähr im letzten Drittel vom Suezkanal liegt, bedeutete für die vielen zivilen Schiffe und der NIEDERSACHSEN wieder Anker werfen und mehrere Stunden warten. Warten bis der aus Süden kommende Verkehr den Bittersee passiert hat und der restliche Kanal wieder frei ist, damit wir unsere Fahrt durch den Kanal vorsetzen konnten. Drei Stunden später war es dann soweit, die Passage konnte fortgesetzt werden. Wieder hieß es volle Konzentration, bei immer heißer werden Temperaturen und einem hohen Anteil aus Wüstensand in der Luft, der durch den Wind von den Dünen über den Kanal getragen wird. Nach weiteren drei Stunden war die Passage geschafft und der Suezkanal lag hinter dem Schiff und seiner Besatzung. Nun hieß es volle Fahrt voraus durch den „Golf von Suez“ ins „Rote Meer“, vorbei an Ägypten, dem Sudan, Eritrea, Saudi Arabien und dem Yemen, um rechtzeitig Djibouti zu erreichen, wo die Fregatte Augsburg sehnlichst ihrer Ablösung entgegenfiebert.

OMt Dirk P.

Eindrücke während der Passage des Suez-Kanals; Foto: StGefr C. Zumpf

Ankern im Bittersee. Alle Fahrzeuge warten auf die Weiterfahrt; Foto: StGefr C. Zumpf

Nach dem zweiten Anker auf ging die Passage weiter – diesmal die NIEDERSACHSEN in Pole Position; Foto: OLtzS L. Knaak

   
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