Djibouti

Die ersehnte Ablösung

Djibouti/Afrika – Feuchter Dunst, Sand in der Luft und 38 Grad Lufttemperatur. Unter diesen Bedingungen erreicht die Fregatte Niedersachsen ihren Zielhafen im Einsatzgebiet. Standort der deutschen Versorgungs- und Unterstützungsgruppe. „Heimathafen“ für die nächsten vier Monate.

Der Hafen von Djibouti; Foto: SG Zumpf

Es ist 11:00 Uhr, als die Fregatte NIEDERSACHSEN in die Gewässer vor Djibouti einfährt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und das schwüle Klima hat sich eine Mischung aus feuchtem Dunst gepaart mit Sand rund um das Schiff gebildet. Die Besatzung, bereit zum Einlaufen, ist auf ihren Manöverstationen und auf Passieraufstellung. Plötzlich ertönt aus dem Nichts ein Thyphon. Gespannt blickt die Besatzung in die dichte, fast undurchschaubare Luft und nur wenige Augenblicke später schiebt sich die Fregatte AUGSBURG auf Gegenkurs durch die dichte Wand aus Sand, um die Fregatte NIEDERSACHSEN willkommen zu heißen. Beide Fregatten passieren sich mit ihren Längsseiten und die Besatzungen tauschen winkend Grüße aus. Die Einen, die sehnlichst ihre Ablösung erwarten und die Anderen, die damit ihre Bereitschaft signalisieren möchten, den Auftrag am Horn von Afrika nun fortzuführen. Rund 140 Tage liegen hinter der Fregatte AUGSBURG, die es sich mehr als verdient hat nun endlich zu ihren Lieben zurückzukehren und rund 125 Tage liegen nun vor der Fregatte NIEDERSACHSEN, die in voller Stärke bereit ist die Mission ATALANTA nun als 16. Kontingent anzutreten.

Unser Schwesterschiff, die Fregatte AUGSBURG, freut sich auf die Ablöse durch uns.; Foto: SG Zumpf

Wenig später ist es dann soweit. An der Pier ist die deutsche Versorgungs- und Unterstützungsgruppe in Aufstellung gegangen, um die Fregatte NIEDERSACHSEN in Empfang zu nehmen. Die dichte Luft lichtet sich, desto näher das Land nun in Sichtweite kommt. Die Schlepper kommen längsseits. Positionieren sich um die NIEDERSACHSEN ins Schlepp zu nehmen, damit ein sicheres Anlegen gewährleistet werden kann. Der Manöveranpfiff lässt nicht lange auf sich warten. Die Fender werden bereit gemacht um das Schiff sanft an der Pier abzufangen. Dann ist es endlich soweit, nach einem gekonnten Anlegemanöver hat die Fregatte NIEDERSACHSEN in Djibouti festgemacht. Die Stelling geht über, die ersten Soldaten der NIEDERSACHSEN betreten afrikanischen Boden um die Leinen zu verdoppeln und die Stelling zu sichern. Währenddessen wird die pierabgewandte Seite des Schiffes klar gemacht um die Fregatte AUGSBURG anzunehmen, die nun ein letztes Mal in Djibouti festmacht, um das Einsatzkontingent und die Führung des Kontingents an die Fregatte NIEDERSACHSEN abzugeben.

Es ist geschafft, die Fregatten NIEDERSACHSEN und AUGSBURG liegen gemeinsam im Hafen von Djibouti. Die ersten Soldaten der Einheiten können sich begrüßen. Alte Kameraden, die sich lange Zeit nicht gesehen haben. Aber auch neue Kameraden, die dieses Schauspiel zum ersten Mal erleben. Erfahrungsberichte der vergangenen vier Monate werden ausgetauscht. Kantinenwaren verlassen die Vorratslasten der Fregatte AUGSBURG und gelangen in die, der Fregatte NIEDERSACHSEN. Geräte, Material und vieles mehr wird abgegeben, damit die Fregatte NIEDERSACHSEN ihren letzten Schliff zur hundertprozentigen Führungsfähigkeit für den EU Einsatz ATALANTA erhält und bereit ist in wenigen Tagen auszulaufen, in Richtung des indischen Ozeans. Am späten Abend des 12.08.2013 geht ein arbeitsreicher, aber auch ereignisreicher Tag beider Besatzungen dem Ende entgegen und wahrscheinlich ist ein Jeder nun froh endlich in seine Koje gehen zu dürfen, um fit zu sein für die bevorstehenden drei Hafentage, die für beide Besatzungen fordernd sein werden. Denn Tonnen von Proviant sind nur ein Teil von dem was die Fregatte NIEDERSACHSEN an den nächsten Tagen erwarten wird.

Früh am Morgen des nächsten Tages heißt es für beide Besatzungen aufstehen. Sich klar machen zum Dienst. Ein langer Tag liegt vor ihnen. Der Tag steht im Zeichen von Proviantübernahme und der Vorbereitung der Übernahmeveranstaltung des Einsatzkontingents. Außerdem werden noch einige wichtige Persönlichkeiten aus Djibouti an Bord der Fregatte NIEDERSACHSEN erwartet. Der Vertreter der deutschen Botschaft, sowie einige Regierungsvertreter aus Djibouti. Professionell wie immer werden diese Aufgaben von beiden Besatzungen wahrgenommen und ein reibungsloser Ablauf ist gewährleistet. Neben Trockenwaren, Tiefkühlwaren und Frischgemüse, erreichen alleine circa 10 Tonnen Wasser die Vorratslager der NIEDERSACHSEN. Am Abend erwartet die Besatzungen beider Schiffe ein ganz besonderes Highlight. Die traditionelle Übergabefeier, ausgerichtet durch die Fregatte AUGSBURG. Gemütlich zusammensitzend und schwitzend wird gerillt, geredet und gelacht. Bis auch dieser Tag gegen Mitternacht endet.

Nun ist es endlich soweit. Mit Sicherheit herrscht Vorfreude und Aufregung bei den Besatzungsmitgliedern der Fregatte AUGSBURG, denn die letzten Stunden in Djibouti sind an diesem Morgen für sie angebrochen. Die letzten Dinge werden an die Fregatte NIEDERSACHSEN übergeben, bevor es gegen 9 Uhr zur offiziellen Kontingentübergabe auf dem Flugdeck der Fregatte AUGSBURGS kommt. Danach heißt es für die Fregatte AUGSBURG endlich ein letztes Mal Auslaufen aus Djibouti und Kurs setzen Richtung Heimat. Beide Besatzungen sind nun zum Auslaufen der Fregatte AUGSBURG auf Passieraufstellung gegangen um sich zu verabschieden. Es dauert nicht lange, bis die Fregatte AUGSBURG nur noch ein kleiner Fleck am Horizont des offenen Meeres ist. Nun ist die Fregatte NIEDERSACHSEN das deutsche Schiff am Horn von Afrika.

Unser Liegeplatz in Djibouti; Foto: SG Zumpf

Bis zum Mittag des 15.08.2013 liegt die Fregatte NIEDERSACHSEN noch im Hafen von Djibouti. Für die Besatzung noch mal Zeit sich vorzubereiten auf die bevorstehenden Dinge, aber auch um noch mal ausreichend Schlaf zu finden. Bevor es „raus“ geht in Richtung des indischen Ozeans, werden noch mal die Treibstoffbunker gefüllt. Am Nachmittag wird dann Kurs gesetzt und die Fregatte NIEDERSACHSEN verlässt Djibouti ins Einsatzgebiet.

OMt Dirk P.

   
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