Information

Für die Besatzung der Fregatte NIEDERSACHSEN und deren Angehörige

EU-Mission ATALANTA 2013

 

der Auslauftermin des Schiffes steht bevor und ich möchte Ihnen auf diesem Wege einige Informationen übermitteln.

Eine Seefahrt von fast fünf Monaten Dauer ist für sich schon eine große Belastung für uns alle. Jede Soldatin und Soldat hat Angehörige, Verwandte und Freunde, die sich fragen, wie es denn um die Fregatte NIEDERSACHSEN bestellt ist. Deshalb schildere ich Ihnen meine Sichtweise und Einschätzung der Lage.

In den letzten Monaten durchlief die Besatzung erfolgreich eine umfassende Einsatzvorbereitung neben unserer Ausbildung im militärischen und seemännischen Handwerk. Auch sind die Kantinen- und Proviantlasten gut gefüllt und die Sportgeräte seefest verstaut, die Besatzung ist geimpft und wird für das heiße Klima eingekleidet.

Am 29. Juli werden wir Wilhelmshaven mit Kurs auf den Golf von Aden verlassen und am 14. August die Fregatte AUGSBURG in Djibouti ablösen und damit auch die Führung des 16. Kontingentes der EU-Mission ATALANTA übernehmen. Auf dem Weg dorthin ist ein Zwischenstopp auf Malta geplant. Danach werden wir durch den Suezkanal fahren und anschließend nach Djibouti verlegen. Auf dem Transit werden wir uns weiterhin auf zu erwartende Einsatzszenarien vorbereiten. So werden wir verstärkt Schießübungen und Flugbetrieb durchführen und neue Besatzungsangehörige wie das Boardingteam oder die Facharztgruppe in unsere Besatzung integrieren.

Im Rahmen dieses Einsatzes wird die Fregatte NIEDERSACHSEN dort auf speziellen Seerouten die Schiffe des Welternährungsprogrammes der Vereinten Nationen, der EU und befreundeter Nationen eskortieren und vor Piraterie schützen. Ferner werden wir auch Piratenangriffe abwenden und Beiträge für das Lagebild vor der Küste Somalias liefern, wenn die Lage dies erfordert.

Im Einsatzgebiet gibt es mehrere mögliche Bedrohungsszenarien zu Wasser oder aus der Luft, von denen keines gänzlich ausgeschlossen werden kann. Die Piraterie ist in diesem Teil der Erde in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Das Gefahrenpotenzial in dieser Region wird im Vergleich zum Afghanistan-Einsatz als relativ gering eingeschätzt, kann aber jeder Zeit wieder ansteigen.

Unser Leben an Bord wird in den kommenden Wochen von vielen, von uns wenig zu beeinflussenden Faktoren, geprägt sein. Wir stellen uns daher neben der Enge an Bord auf kurzfristige Änderungen, lange Seephasen und ein für uns belastendes Klima mit Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit ein. Insbesondere die Hafenplanung unterliegt ständigen Änderungen und wird von der Lage im Operationsgebiet diktiert. Während des Einsatzes sind Hafenaufenthalte in Djibouti, Salalah (Oman) und Dar Es Salam (Tansania) vorgesehen.

Es ist geplant in Port Victoria / Seychellen vom 7. Oktober bis 17. Oktober eine Einsatzpause zu nehmen, in der vor allem Familienzusammenführungen ermöglicht werden sollen. So können Teile der Besatzung nach Hause oder Familienmitglieder nach Port Victoria reisen. Ich beabsichtige, diese Einsatzpause mit allen meinen Möglichkeiten durchzusetzen. Auf dem Rückweg in die Heimat wollen wir einen kurzen Zwischenstopp in Barcelona einlegen.

Wir verpassen zwar die Vorweihnachtszeit, aber die Besatzung  hat das Glück, die Weihnachtsfeiertage bei den Liebsten zu Hause verbringen zu können. Wir planen am 20. Dezember 2013 wieder in den Heimathafen Wilhelmshaven einzulaufen.

 

Liebe Angehörige unserer Besatzung,

ich wünsche Ihnen alles Gute und Kraft, um die bevorstehende Trennung von Ihren Lieben gut zu überstehen. Ich bin mir sicher, dass wir gut vorbereitet in den Einsatz fahren und ich weiß, dass die Besatzung der NIEDERSACHSEN alle Herausforderungen meistern wird.

 Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie zum Einlauftermin am 20. Dezember 2013 den Weg nach Wilhelmshaven finden würden, um das Schiff und seine Besatzung willkommen zu heißen.

 

Kurt Leonards

Fregattenkapitän

 

Was ist Operation ATALANTA?

Die Operation ATALANTA, auch EU NAVFOR-Somalia genannt, ist eine von der EU geführte Marinemission, die aus einem gemischten multinationalen Flottenverband besteht. Seit November 2008 wird diese Operation durchgeführt und besteht aus mehreren europäischen Kriegsschiffen und Aufklärungsflugzeugen.

Die Piraterie ist auch im Zuge der Operation ATALANTA in den letzten zwei Jahren signifikant zurückgegangen.

 

Was sind die Aufgaben der Mission ATALANTA?

Die Mission ATALANTA hat mehrere Aufgaben:

  • Schutz von humanitären Hilfslieferungen des Welternährungsprogrammes nach Somalia.
  • Schutz der freien Seefahrt
  • Verhütung sowie Bekämpfung der Piraterie vor den Küsten Somalias, am Horn von Afrika und im Golf von Aden.

 Wo befindet sich das Operationsgebiet der Mission ATALANTA?

Das Operationsgebiet umfasst das Seegebiet des südlichen Roten Meeres, den Golf von Aden sowie den nordwestlichen Indischen Ozean entlang der Küste Somalias und Kenias bis nach Mosambique und östlich entlang der Küste des Jemens und Omans. Das gesamte Einsatzgebiet ist ca. achtzehnmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland.

 

Wie geht die Fregatte NIEDERSACHSEN vor zur Erfüllung ihrer Aufgaben?

Die Fregatte NIEDERSACHSEN wird Schiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (World Food Program) auf ihrem Weg in somalische Häfen begleiten und schützen. Die Durchführung dieser wichtigen Aufgabe genießt höchste Priorität und ist der Hauptauftrag der Operation ATALANTA.

Für die meiste Zeit wird die NIEDERSACHSEN jedoch durch das Seegebiet am Horn von Afrika patrouillieren und dabei von Zeit zu Zeit verdächtige Fahrzeuge durch das Boardingteam untersuchen lassen.  Sollten die Fahrzeuge sich weigern, untersucht zu werden, können das Aufstoppen und Untersuchen des Schiffes notfalls auch mit Gewalt durchgesetzt werden.  In bestimmten Fällen, beispielsweise nach einem versuchten Überfall auf ein Handelsschiff, kann auch die Gewahrsamnahme der mutmaßlichen Piraten durchgeführt werden. Diese werden dann an eine Strafverfolgungsbehörde in einem Drittland übergeben. Alternativ werden sie, wie in der Vergangenheit schon praktiziert, an einen Strand von Somalia verbracht, falls sich kein Land mit Strafverfolgungsinteresse findet.

Daneben wird die  NIEDERSACHSEN u.a. für die zivile Schifffahrt Geleitschutz stellen. Dazu werden Geleitzüge (Group Transits) mit zivilen Handelsschiffen in unterschiedlicher Größe, teilweise mit über zehn Schiffen, zusammengestellt, um Handelsschiffe sicher durch das pirateriegefährdete Gebiet im Golf von Aden zu führen.

 

Wie sind die Besatzungsangehörigen während der Seefahrt zu erreichen?

@: Das wohl einfachste und schnellste Kommunikationsmittel, um mit Ihren Angehörigen und Freunden auf der Fregatte NIEDERSACHSEN während des Seefahrt zu kommunizieren, ist die Email. Auch im Ausland und auf See ist die NIEDERSACHSEN per Mail erreichbar.

Die genaue Emailadresse erfragen Sie bitte bei dem jeweiligen Besatzungsangehörigen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten bei der Übertragung von Daten ist die maximale übertragbare Datenmenge auf 150 Kilobyte begrenzt, größere Anhänge werden nicht übertragen. Aus operativen Gründen kann es jederzeit dazu kommen, dass Emails von Bord aus für einen gewissen Zeitraum nicht versendet werden können. Allerdings kann der Empfang zu jeder Zeit gewährleistet werden.

In Notfällen wenden Sie sich bitte an das zuständige Familienbetreuungszentrum, dessen Anschrift und Telefonnummer Sie dem fortführenden Teil dieses Briefes entnehmen können.

Im Ausland ist es jederzeit möglich per Privathandy oder über eine örtliche Telefonzelle mit der Heimat zu telefonieren. Beachten Sie auch hier evtl. hohe Kosten durch Roaming, etc.

Aktuelle Informationen über die Geschehnisse an Bord erhalten Sie über unsere Homepage www.fgsniedersachsen.de.

 

Wer unterstützt mich bei Fragen und Problemen?

Eine lange Seereise und die daraus resultierende lange Abwesenheit von zu Hause kann für beide Seiten, Besatzungsmitglieder sowie deren Familienangehörige eine hohe Belastung und unvorhergesehene persönliche Härten mit sich bringen. Es können unerwartete Probleme auftauchen, die man ohne den Partner oder Freund auf See nicht lösen kann. Um nicht alleine im Regen zu stehen, gibt es das Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr, deren kompetente Mitarbeiter Ihnen gerne weiterhelfen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

 

Das Familienbetreuungszentrum bietet Ihnen u.a.:

-       Herstellung von Kontakten zwischen Angehörigen.

-       Jederzeit Auskunft über die aktuelle Lage im Einsatzgebiet und eine rasche, umfassende und wahre Informierung.

-       Verschiedene Betreuungsmaßnahmen für die Angehörigen zuhause.

-       Vertrauliche Ansprech- und Gesprächspartner für „Sorgen und Nöte“, bei großen und kleinen Problemen.

-       Hilfe bei Behörden, Versicherungsfragen und allen möglichen Verwaltungsangelegenheiten.

-       (In besonderen Ausnahmefällen) Herstellung einer sofortigen Verbindung zum Besatzungsangehörigen.

-       Erreichbarkeit rund um die Uhr (04421-68-5511 oder 08001010866)

 

Falls Sie eine Betreuung durch das Familienbetreuungszentrum (FBZ) wünschen, muss Ihr Angehöriger der Besatzung einfach nur den Personalerfassungsbogen Auslandseinsatz (PEBA) ausfüllen und Sie mit Ihrer Zustimmung als nahestehende Person eingetragen haben.

 

Ihre Ansprechpartner im Familienbetreuungszentrum sind:

 

OStBtsm Uwe Scholz                                Tel.: 04421-68-4106

StBtsm Katia Schwarz-Resinneck              Tel.: 04421-68-4108

 

Sprechstunden im FBZ Wilhelmshaven nach telefonischer Vereinbarung.

 

Postanschrift: Familienbetreuungszentrum         Tel.: 04421-68-5511 (24 Std.)

                       Odenhoffstraße 24                     Servicetelefon: 0800-1010866 (kostenfrei, 24h)

                      26384 Wilhelmshaven                  Fax: 04421-68-5646

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Selbstverständlich ist der Service des Familienbetreuungszentrums für Sie kostenlos und Ihr Anliegen wird vertraulich behandelt.

   
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